Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Hausärztemangel

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oneinchpunch - Fotolia
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Bielefeld – Berstend volle Praxen, Bürokratie, bis der Arzt kommt, und dazu Einkommensaussichten, die in Gebieten mit einem geringen Anteil von Privatpatienten jeden Handwerksmeister nur müde lächeln lassen: Hausarzt ist längst kein Traumberuf mehr.

Teilzeitarbeit, die vor allem von jungen Ärztinnen mit Familienwunsch nachgefragt wird, kann allenfalls in Kliniken mit einem ausgeklügelten Schichtsystem realisiert werden. In der klassischen Kleinpraxis hingegen ist sie kaum umzusetzen. Kein Wunder also, dass in NRW doppelt so viele Hausärzte in Rente gehen wie Praxen neu besetzt werden.

Kommt also tatsächlich eine »Katastrophe« auf uns zu, wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) befürchtet? Auf noch längere Wartezeiten, noch abgehetztere Ärzte und noch weniger Zeit für Prävention und ganzheitliche Patientenbetreuung müssen wir uns wohl einstellen.

Mehr Geld und mehr Studienplätze allein werden nicht reichen, um den Mangel zu beheben. Das System insgesamt ist krank. Mehr Wertschätzung, weniger Gängelei, mehr Zeit, einfach nur Arzt zu sein: Das wäre mal eine sinnvolle Therapie.

Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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