Rheinische Post: Kommentar: Gegen die Spielregeln

2018-09-20 20:50:37

Düsseldorf (ots) - Fakten spielen im erbitterten Streit um den Hambacher Forst längst eine untergeordnete Rolle: Politiker ignorieren, was sie einst selbst verbindlich beschlossen. Der für 2030 angepeilte und zweifellos notwendige Kohleausstieg wird mit der anstehenden Rodung verknüpft, die aber dazu dient, den Strombedarf NRW's in den jetzt folgenden Jahren zu decken. Und nun der Tod eines jungen Reporters: Was die Staatsanwaltschaft als tragischen Unfall wertet, stellen selbsternannte Baumschützer als Folge des Polizeieinsatzes dar. Es war richtig, dass die Landesregierung in der aufgeheizten Stimmung die Räumung des Waldes vorerst ausgesetzt hat. Viel Hoffnung, dass diese Pause der Besinnung dient, besteht nicht: Einige Aktivisten nutzen sie offenbar dazu, um neue Hindernisse gegen Polizisten zu errichten. Klug ist anders. Eine Auseinandersetzung, in der Spielregeln nicht gelten, führt zu nichts. Unter den vielen Fakten, die im Streit um den Hambacher Forst von Emotionen verdrängt werden, gilt es vor allem diese immer neu hervorzuheben: Gerichte, nicht Gewalt-Aktionen lösen in einer Demokratie Konflikte. www.rp-online.de
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